Pascal
Polosek

Lyrik | Prosa

Seelenleben

Ich stehe im Bergwerk und baue
in Trauer das Salz von den Wänden,
weine um Opa und den Tag vor zwölf
Jahren, einsam allein vor der Schule.

Durch die Nacht, stechen wir den
Spaten gen Ende, schaufeln ein Grab
in den Wolken, tunken die Feder
in Tinte und verknoten aller Tage Enden.

Wir klettern im Schnee der Erinnerungen
gen Westen, lassen den Hof in
ewig-fremder Obhut und hungern
uns der Freiheit der Amseln entgegen.

Im
Falle

des

Unter

ganges

Steh auf den Dächern
brennender Häuser
und sage: Es regnet.

Vertrau auf den Regen
und schmieg dich im Sturm an ihn.

Steig auf die höchsten Berge,
schüttle dem Leid lächelnd die Hände
und weiche seinem Blick nicht aus.

Besuche den Mond,
halte dich fern von Pilzgewächsen,
und winke glücklich,
der Erde entgegen.

In ein paar Jahren, wirst du
zurückblicken und dich vom
Brot der frühen Jahre
ernähren.

Gedichtband | 2018

Geschichten der Liebe

5/5

Wunderschöne Gedichte und Geschichten, die vielfältiger und aussagekräftiger in ihrer Art und Weise nicht sein könnten.
Sie regen zum Nachdenken an, manchmal findet man sich aber auch selbst in ihnen wieder. Von mir gibt es 5 Sterne ;-)“

Was macht ein Autor den ganzen Tag?

Im Café sitzen und gleichermaßen auf Bohnen und Glückseligkeit warten. Und weil auch die Reiskörner im Salzstreuer jegliches Gespräch verweigern, werde ich in die trügerische Stille der laufenden Kaffeemaschine gefragt, was denn ein Autor den ganzen Tag mache? Und weil ich denke Ja genau…absolut und ich glaube, dass mich die Kaffeemaschine in einem stillen Moment hintergehen wird, sage ich:

Wenn der Wind schief steht, überlegen, ob man oben drüber klettern oder unten durch schleichen soll.

Bei schlechtem Wetter über das Wasser laufen, um am anderen Ufer die Grashalme zu zählen.

Und abends, nach getaner Arbeit, mich den Halmen anvertrauen und gespannt darauf warten, ehe sich Sonne und Mond küssen, um gleichzeitig ein wenig verlegen zu erröten.

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